SHOWTIME 03.10.10
Szenario Alte Poststrasse, akustisch

Kunst im öffentlichen Raum/partizipative Performance, Audio-Installation

Projekt SCHÖNES WOHNEN
öffentl. Raum, Graz
Im Auftrag von Kunst im öffentlichen Raum Steiermark

KünstlerInnen: Ines Doujak, Sonja Gangl, Oliver Hangl, Hieslmair/Zingangel, Marko Lulic, zweintopf

Performance: 03.10.2010, 17 - 19 Uhr
Audio-Installation: 05. - 10.10.2010, 15 - 18 Uhr



Sechs österreichische künstlerische Positionen wurden eingeladen, die Wohnsituation in Grazer Siedlungen zu thematisieren. Im Grenzbereich von öffentlichem und privatem Raum sollten durch die gemeinsame Arbeit mit denBewohnerinnen und Bewohnern Prozesse initiiert werden, die Spuren im sozialen Gefüge der von den Künstler/innen ausgewählten Siedlungen setzen und - über den Produktionszeitraum hinaus - hinterlassen.

Die Siedlung Alte Poststraße (Szyszkowitz/Kowalski 1982-84) entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Modell einer gesellschaftlichen Mikro-Einheit im Städtebau. Als öster-reichweit erster partizipativ realisierter Wohngeschoßbau präsentiert sich die nur ca. 40 Eigentumswohnungen umfassende Anlage als dicht bebauter, individuell ausgestal-teter Wohnhof, der mit außen gelegenen Treppen und einem zentralen Platz ein großes Maß an Kommunikations- und Identifikationsflächen bietet. Die intensive Verzahnung zwischen öffentlichem und privatem Bereich fördert ein aktives Gemeinschaftsleben und eröffnet zahlreiche Möglichkeiten zur Selbstdarstellung.

Mehr als 25 Jahre nach dem Erstbezug hat sich das anfänglich rege Gemeinschafts-leben auf spärlich besuchte Jour-Fixe-Besprechungen reduziert – ein Defizit, das heute von vielen BewohnerInnen beklagt wird. Hier soll ein partizipatorisch realisiertes Kunst-projekt soziale und kommunikative Prozesse initiieren, die in der Folge als Motor für neue Gemeinschaftsaktivitäten fungieren können:

So lädt der Künstler Oliver Hangl am Nachmittag des 3. Oktober 2010 alle derzeitigen und ehemaligen BewohnerInnen zu einem Fest ein. Ein Neben- Mit- Durch- und Gegen-einander- Sprechen über die verschiedensten Aspekte des aktuellen, vergangenen und zukünftigen Lebens in der Siedlung produziert eine Vielstimmigkeit, die als temporäres akustisches Bild der Alten Poststrasse zwischen 17 und 19 Uhr live ins Grazer Stadt-zentrum übertragen wird. Im Vorfeld entwickelte der Künstler gemeinsam mit mehreren BewohnerInnen ein dramaturgisches Grundgerüst, das mögliche Inhalte und formale Umsetzungen festlegt, aber gleichzeitig genügend Spielräume für spontane Aktionen und zufällige Ereignisse offen lässt. So werden eine Vielzahl an fixen und mobilen Mikrofonen an neuralgischen Haupt- und Nebenorten des Festgeschehens positioniert.
Hangl initiiert und kanalisiert als agent provocateur und Katalysator kommunikative Pro-zesse, er entscheidet live über die Auswahl jener Audiokanäle, die gesendet werden. Dabei steht es den BewohnerInnen stets frei, sich selbst oder andere Menschen und Situationen zu inszenieren, denn das Spiel hat Vorrang vor der Authentizität. Der Hand-lungsspielraum ist ein individuell und auch im Kollektiv auszulotender!

 

 

Falter Klangfarbe KOER Stmk